Sammlermünzen sind Münzen, deren Preis vor allem von Auflage, Motiv, Erhaltung und Prägequalität abhängt und deutlich über dem Metallwert liegen kann.
Sammlermünze oder Anlagemünze?
Eine Anlagemünze wie der Wiener Philharmoniker wird in hoher Auflage geprägt und zum Metallwert plus kleinem Aufgeld gehandelt (siehe Bullion). Eine Sammlermünze richtet sich an Sammler: limitierte Auflage, wechselndes Motiv, besondere Prägung, Etui und Zertifikat. Sie bezahlen damit nicht nur Gold oder Silber, sondern auch Seltenheit und Gestaltung.
Prägequalitäten: Stempelglanz und Spiegelglanz
| Qualität | Abkürzung | Merkmal |
|---|---|---|
| Stempelglanz | stgl. (auch BU) | unzirkuliert, Standard bei Anlagemünzen, kleine Kontaktspuren möglich |
| Spiegelglanz / Polierte Platte | PP (englisch proof) | spiegelnder Grund, matte Motive, mehrfach mit polierten Stempeln geprägt |
Münzen in Spiegelglanz werden einzeln geprägt, in Kapsel und Etui geliefert und haben eine begrenzte Auflage. Fingerabdrücke und Kratzer mindern ihren Wert stark, deshalb bleiben sie in der Kapsel. In Österreich sind vor allem Gedenk- und Sammlermünzen der Münze Österreich verbreitet, die oft in mehreren Qualitäten ausgegeben werden.
Steuer und Wiederverkauf in Österreich
Eine Goldmünze ist nur dann Anlagegold, wenn sie üblicherweise zu einem Preis verkauft wird, der ihren Goldwert um nicht mehr als 80 % übersteigt (§ 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG 1994). Liegt der übliche Preis einer Sammlermünze darüber, entfällt die Befreiung und beim Kauf fällt Umsatzsteuer an. Bei Silbermünzen gibt es diese Befreiung ohnehin nicht.
Wichtiger für Anleger ist der Wiederverkauf. Viele Edelmetallhändler kaufen Sammlermünzen nur zum Metallwert an. Den Sammleraufschlag holen Sie höchstens über Münzhändler, Auktionen oder private Sammler zurück, und das gelingt nicht immer.
Rechenbeispiel
Eine Silbermünze mit einer Unze in Spiegelglanz kostet ein Vielfaches des Metallwerts einer gleich schweren Anlagemünze. Kauft der Händler sie später nur zum Silberwert an, bleibt der gesamte Sammleraufschlag als Verlust. Bei der Anlagemünze verlieren Sie nur den üblichen Spread.
Wann sich Sammlermünzen lohnen
- Wenn Sie sammeln und Freude am Motiv haben, nicht wegen der Rendite.
- Wenn Sie Auflage und Markt einer Serie kennen.
- Nicht als Ersatz für Anlagemünzen, wenn Sie möglichst viel Gold je Euro wollen.
Wer nahe am Metallwert kaufen will, wählt Anlagemünzen in Stempelglanz, etwa den Philharmoniker mit einer Unze Gold oder günstige Silbermünzen für Anleger. Zur Echtheitsprüfung hilft der Leitfaden Fälschungen bei Münzen erkennen.
Verwandte Begriffe
Bullion Aufgeld Spread Anlagegold
Häufige Fragen
Was bedeutet PP bei Münzen?
PP steht für polierte Platte, auch Spiegelglanz genannt: eine Prägequalität mit spiegelndem Grund und matten Motiven, meist in kleiner Auflage für Sammler.
Sind goldene Sammlermünzen in Österreich umsatzsteuerfrei?
Nur wenn sie als Anlagegold gelten, also unter anderem üblicherweise höchstens 80 % über ihrem Goldwert verkauft werden.
Sind Sammlermünzen eine gute Geldanlage?
Als reine Geldanlage meist nicht, weil Händler im Ankauf oft nur den Metallwert zahlen und der Sammleraufschlag verloren gehen kann.